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Nachhaltige Gartenplanung für lokale Biodiversität

Aktualisiert: 17. Feb.

Die Gestaltung eines Gartens ist mehr als nur eine ästhetische Entscheidung. Es ist eine Möglichkeit, die lokale Biodiversität zu fördern und einen positiven Einfluss auf die Umwelt auszuüben. In einer Zeit, in der die Natur unter Druck steht, ist es entscheidend, dass wir unsere Gärten so planen, dass sie nicht nur schön, sondern auch ökologisch nachhaltig sind. In diesem Beitrag werden wir erkunden, wie Sie Ihren Garten nachhaltig gestalten können, um die lokale Biodiversität zu unterstützen.


Galerie einer Auswahl der Tagfalter in unserem Garten





Die Bedeutung der lokalen Biodiversität


Biodiversität bezieht sich auf die Vielfalt des Lebens auf der Erde, einschließlich der Vielfalt an Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen. Eine hohe Biodiversität ist entscheidend für die Gesundheit unseres Planeten. Sie beinhaltet jedoch nicht nur Artenvielfalt, sondern auch genetische Vielfalt innerhalb der Arten. Wichtig ist es also auch regionale Unterschiede der Arten zu berücksichtigen, zum Beispiel durch regionales Saatgut. Eine so geförderte Biodiversität trägt zur Stabilität von Ökosystemen bei, fördert die Bestäubung von Pflanzen und hilft, Schädlinge zu kontrollieren.


Warum ist Biodiversität wichtig?


  • Ökologische Stabilität: Ein vielfältiges Ökosystem ist widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und Umweltveränderungen.

  • Nahrungsversorgung: Viele Pflanzen und Tiere sind aufeinander angewiesen. Eine gesunde Biodiversität heimischer Pflanzen sichert die Nahrungsversorgung heimischer Insekten, die wiederum Vögeln, Igeln und Co als Nahrung dienen und am Ende auch dem Menschen.

  • Ästhetik und Erholung: Ein artenreicher Garten bietet nicht nur Schönheit, sondern auch einen Ort der Erholung und Entspannung. Lebendiges treiben von Bienen und Schmetterlingen bietet ein faszinierendes Schauspiel und wirkt beruhigend


Die Grundlagen der nachhaltigen Gartenplanung


Um einen Garten zu gestalten, der die lokale Biodiversität fördert, sollten Sie einige grundlegende Prinzipien beachten:


1. Verwendung einheimischer Pflanzen


Einheimische Pflanzen sind an die lokalen Bedingungen angepasst und bieten Lebensraum und Nahrung für einheimische Tiere. Sie sind oft pflegeleichter und benötigen weniger Wasser Dünger und Unterstützung. Etwa 200 unserer annähernd 600 Wildbienen sind auf heimische Pflanzen angewiesen, viele Schmetterlinge können ausschließlich heimische Pflanzen nutzen, wichtige Bodenorganismen leben in Symbiose mit heimischen Pflanzen, so fördern heimische Pflanzen auch einen gesunden Boden




Beispiele für einheimische Pflanzen in Deutschland:

  • Flachblatt - Mannstreu (Eryngium planum)

  • Wilde Malve (Malva sylvestris)

  • Diptam (Dictamnum album)

  • Geflecktes Johanniskraut (Hypericum maculatum)

  • Wegmalve (Malva neglecta)

  • Pfirsichblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia)

  • Sandnelke (Dianthus arenarius)

  • Steppensalbei (Salvia nemorosa)

  • Österreichischer Ehrenpreis (Veronica austriaca)


2. Schaffung von Lebensräumen


Gärten können verschiedene Lebensräume bieten, die unterschiedliche Arten anziehen. Berücksichtigen Sie folgende Elemente:


  • Wasserstellen: Ein kleiner Teich oder eine Vogeltränke zieht viele Tiere an.

  • Verstecke: Steinhaufen, Trockenmauern, Totholzhaufen oder -hecken und Holzstapel bieten Unterschlupf für Insekten und kleine Tiere, die wiederum bei der Schädlingsbekämpfung helfen

  • Blühende Sträucher: Diese bieten Nahrung für Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge, Nistplätze und Beeren für Vögel. Am Beispiel der Schlehe kann man schon viel sehen: Allein an Schmetterlingsaupen sind es 149 Arten, die sie nutzen können. Der "insektenfreundliche" Schmetterlingsflieder ernährt nur eine Raupenart, die auf ihm aber nie zum Schmetterling wird. Die Beeren der Schlehe ernähren viele Tiere, ihre Dornen schützen Vogelnester vor Katzen und anderen Räubern.

  • Sandarien und offener Boden: Sie bieten bodennistenden Insekten (z.B. 70% unserer Wildbienen) die Möglichkeit Gänge für ihre Brut anlegen, weicher Sand bietet Eidechsen die Möglichkeit zur Eiablage.

  • Bäume: Ausgewachsene Bäume bieten nicht nur Schatten und ggfs Früchte für den menschlichen und tierischen Verzehr, sondern bieten vielen Organismen in Krone, Stamm und Wurzelwerk Obdach und Nahrung. Selbst tote Äste noch am Baum sind Lebensraum. Eine ausgewachsene Eiche bietet 600 auf sie spezialisierten Arten Schutz und Nahrung, dazu kommen noch Arten die weniger spezialisiert sind.

    Teiche ziehen Libellen an - ihre Larven fressen die Brut von Mücken, die Elterntiere den Rest
    Teiche ziehen Libellen an - ihre Larven fressen die Brut von Mücken, die Elterntiere den Rest

3. Vermeidung von Chemikalien


Chemische Düngemittel und Pestizide können schädlich für die Umwelt sein. Setzen Sie stattdessen auf natürliche Alternativen wie Kompost und die Förderung der Gegenspieler der Schädlinge - Marienkäfer, Florfliegen und die Larven von Schwebfliegen fressen Blattläuse, Kröten, Vögel und Laufkäfer fressen Schnecken.


Praktische Tipps zur Umsetzung


1. Planung und Gestaltung


Beginnen Sie mit einer sorgfältigen Planung. Überlegen Sie, welche Pflanzen und Strukturen in Ihren Garten passen. Nutzen Sie eine Skizze, um die Anordnung zu visualisieren. Achten Sie auf Bodenfruchtbarkeit, Sonneneinstrahlung und Bodenfeuchte.


2. Bodenverbesserung


Ein gesunder Boden ist die Grundlage für einen erfolgreichen Garten. Gesund heißt aber nicht zwangsläufig nährstoffreich. Möchte ich ein sonniges Magerbeet anlegen, reichen oft Sand und Kies oder Schotter als Substrat, will ich ein schattiges Waldbeet anlegen brauche einen humusreichen Oberboden. Fügen Sie organisches Material wie Kompost hinzu, wo Nährstoffe fehlen um die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen, mischen sie Sand oder Schotter unter, um den Boden abzumagern.


3. Pflege


Je besser ich meine Verhältnisse im Beet eingeschätzt oder eingerichtet habe, desto weniger Pflege wird in der Folge notwendig.Die standortgerecht ausgewählten Pflanzen sind gesund und kräftig, wodurch Beikraut und Schädlinge einen schwierigen Stand haben. Bodendecker können als "blühender Mulch" dienen - sie beschatten den Boden und schützen so vor Austrocknung und nehmen den Beikräutern das Licht zum keimen und/oder wachsen


Förderung der Artenvielfalt durch Gartenpflege


Die Pflege Ihres Gartens kann aktiv zur Förderung der Artenvielfalt beitragen. Hier sind einige Strategien:


1. Fruchtfolge und Mischkultur


Durch den Anbau verschiedener Pflanzenarten in einem Bereich können Sie Schädlinge abwehren und die Bodenfruchtbarkeit verbessern.


2. Saisonale Vielfalt


Pflanzen Sie Blumen und Pflanzen, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen, um das ganze Jahr über Nahrung für Bestäuber bereitzustellen.


3. Beobachtung und Anpassung


Beobachten Sie, welche Pflanzen und Tiere in Ihrem Garten vorkommen. Passen Sie Ihre Pflanzenauswahl und Pflegepraktiken entsprechend an.



Die Rolle der Gemeinschaft


Die Förderung der lokalen Biodiversität ist nicht nur eine individuelle Aufgabe. Gemeinschaften können zusammenarbeiten, um größere Flächen zu schützen und zu gestalten. So gegebenenfalls ihre Gärten zu mehr machen als Trittsteine in einer ökologischen Wüste aus Rasen und Kirschlorbeer.


1. Gemeinschaftsgärten/Nachbarschaften/Vereine


Gemeinschaftsgärten bieten eine hervorragende Möglichkeit, gemeinsam an der Förderung der Biodiversität zu arbeiten. Hier können Nachbarn zusammenkommen, um Pflanzen anzubauen, Wissen auszutauschen und sich gemeinsam über neu entdeckte Arten in der Nachbarschaft freuen. Allein sind die Flächen, die wir durch die Gestaltung der Natur zur Verfügung stellen können, oft zu klein, um eine wirksame Verbesserung über unsere Grundstücksgrenze hinaus zu erreichen. Politisches Engagement, gemeinsames Gärtnern, positives berichten bei Freunden,Nachbarn und Verwandten vervielfacht den Einfluss unserer Gärten auf unsere geschundene Natur.


2. Bildung und Aufklärung


Veranstaltungen und Workshops zur nachhaltigen Gartenplanung können das Bewusstsein für die Bedeutung der Biodiversität schärfen und Menschen dazu ermutigen, aktiv zu werden. Anbieter sind verschiedene Naturschutzvereine und der Naturgartenverein, in dem man sich auch in Regionalgruppen organisieren, oder bestehenden Gruppen beitreten kann. Schauen sie doch gerne mal beim HummelCOEllektiv vorbei!


Fazit


Die nachhaltige Gartenplanung ist ein wichtiger Schritt zur Förderung der lokalen Biodiversität. Durch die Verwendung einheimischer Pflanzen, der Schaffung von Lebensräumen und die Vermeidung von Chemikalien können Sie einen Garten gestalten, der nicht nur schön, sondern auch ökologisch wertvoll ist.


Denken Sie daran, dass jeder kleine Beitrag zählt. Beginnen Sie noch heute mit der Planung Ihres Gartens und tragen Sie aktiv zur Erhaltung der Artenvielfalt in Ihrer Umgebung bei. Ihr Garten kann ein Ort der Schönheit und des Lebens sein, der nicht nur Ihnen, sondern auch der Natur zugutekommt.


Wir unterstützen Sie gerne, oder übernehmen die Aufgabe auch ganz!
Wir unterstützen Sie gerne, oder übernehmen die Aufgabe auch ganz!









 
 
 

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